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Was ist der Budo Studien Kreis?

Der Budo Studien Kreis (BSK) ist eine dem Budokan zugehörige, international verbreitete Gemeinschaft von traditionellen Kampfkunstlehrern. Diese erforschen seit vielen Jahren die Strukturen und Inhalte der klassischen asiatischen Kampfkünste und unterrichten sie in eigenständigen Institutionen als Wege der Selbstperfektion. Die klassischen Wege der Übung, der Gesundheitsgymnastik und der Selbstverteidigung stehen im Vordergrund, Sport unter dem Gesichtspunkt des Wettkampfes wird nicht betrieben. Im BSK wird die Ausübung einer Kampfkunst ausschließlich als Studium betrachtet.

Die Anfänge...

Alles begann vor langer Zeit im Budokan. Nach mehreren Jahren der Übung unter Sensei Werner Lind wuchs eine kleine Gemeinschaft von Kampfkunstanhängern heran, die sich in einem einig war: sie wollten in ihrem Budo nicht an der Oberfläche bleiben, sondern es in seiner ganzen Tiefe erforschen und den alten Weg der Kampfkünste wiederfinden, von dessen Werten zwar viel gesprochen wurde, aber kaum jemals etwas zu sehen war. Völlig unabhängig von allen Föderationen wurde geübt, geforscht, getestet, gelesen und erneut geübt. Allmählich konnte man den lange verschütteten alten Weg der Kampfkünste zurückverfolgen und freilegen. Durch diese Art der Forschung und Übung fand ein Lehrerteam zusammen, das sich aufgrund seiner Ziele Budo Studien Kreis nannte und ausschließlich durch diese Ziele und durch seine Freundschaft verbunden war.

Allmählich wurde deutlich, dass es auf dem deutschen Büchermarkt keinerlei Literatur über die Geschichte und den Inhalt der klassischen Kampfkünste gab, und so wurde Sensei Lind von den übrigen Lehrern gedrängt, seine Erfahrungen in Buchform zu veröffentlichen. Durch diese und die folgenden Publikationen wurde der Name Budo Studien Kreis zum Begriff, und eine Flut von Briefen und Seminaranfragen überschwemmten das kleine Team. Nach langem Überlegen entschloss man sich, die Forschungen des BSK nach außen zu öffnen, um auch fremden Kampfkunstanhängern die Möglichkeit eines traditionellen Unterrichtes zu geben. Kampfkunstanhänger aus den unterschiedlichsten Föderationen und Stilen interessierten sich für eine Ausbildung im klassischen Sinn, und auch die Wettkampforganisationen baten Sensei Lind und sein Team um Seminare. Die BSK-Publikationen wurden in viele Sprachen übersetzt, und die Bekanntheit des BSK wuchs im gesamten europäischen Raum.

der BSK heute...

Ausgehend vom Budokan (Hombu Dojo des BSK) entstand über die Aktivitäten seiner Lehrer eine zunehmend größere Kampfkunstfamilie, die schließlich unter der Bezeichnung Budo Studien Kreis bekannt wurde. Die veröffentlichten Systeme und Konzepte des BSK wurden von den meisten deutschen Organisationen in Anspruch genommen und von ihren hauseigenen Lehrern eigenständig interpretiert. Die Existenz des BSK und die Öffentlichkeitsarbeit seiner Lehrer in Deutschland bewirkten auf jeden Fall einen entscheidenden Umschwung der Gesinnung in der Budo-Welt. Im Bewusstsein der Übenden etablierte sich immer mehr der Unterschied zwischen Budo und Sport. Vieles, was man heute in Deutschland über klassische Kampfkünste findet, stammt vom Budo Studien Kreis und wurde auf der Grundlage seiner Veröffentlichungen und auf Seminaren verbreitet.

...und seine Lehrinhalte

Obwohl längst international bekannt und verbreitet, besteht der Budo Studien Kreis heute nach wie vor darauf, eine ideelle Forschungsgemeinschaft und keine Kampfkunstföderation zu sein. Der Unterschied liegt sicherlich in der Interpretation der Kampfkünste und in der Art, wie sie im Budokan (Heimdojo des BSK) unterrichtet werden. Zunächst werden dort nicht unterschiedslos alle Bewerber als Mitglieder aufgenommen, sondern erst nach einer persönlichen Bekanntschaft. Nicht die Technik, sondern die Zuordnungsfähigkeit und die menschliche Qualität sind für eine positive Entscheidung maßgeblich.

Wer mehr sucht als Wettkampfsport, wer über das Training der Formen hinausgehen und seine Übung mit Sinn und Tiefe füllen will, sollte uns kennenlernen. Eine Trennung von seinem Verband ist dafür nicht notwendig, der BSK ergänzt die Kampfkünste der Verbände lediglich mit klassischen Inhalten.

Warum gibt es den Budo Studien Kreis?

Betrachtet man sich die heutigen Organisationen, kann man feststellen, dass die meisten sportliche Leistungstendenzen verfolgen. Budo-Organisationen, deren erklärtes Ziel der Wettkampf ist, sind aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage, eine Kampfkunst als Weg (Do) zu unterrichten. Doch viele ihrer Mitglieder haben weder die Absicht an Wettkämpfen teilzunehmen noch die zwangsläufig auf Sport ausgerichteten Traininge mitzumachen, die in den einzelnen Dojo angeboten werden. So ist es nur natürlich, wenn sich die Leiter von Schulen und Vereinen darüber Gedanken machen, wie den großen Teil ihrer älter gewordenen Mitglieder halten wollen, die die sportorientierte Kampfkunstauffassung ihrer Organisationen nicht teilen und tiefere Einblicke in ihre Kampfkunst erwarten. Eine Kampfkunst besteht nicht aus Techniken, sondern aus Konzepten. Seit vielen Jahren bemühen sich europäische Organisationen darum, die Techniken der Kampfkünste im Wettbewerb zu messen und haben es dabei versäumt, ihre Inhalte zu verwirklichen. Eine Kampfkunst besteht aus Zusammenhängen, nicht aus Abfolgen von Techniken. Diese Zusammenhänge zu verstehen erfordert ein lebenslanges Studium seitens eines Lehrers, der die Kampfkünste in die Tiefe erforscht und ihre subtilen Hintergründe in sich selbst nachvollzieht. Techniken für den Wettkampf vorzubereiten, erfordert ein vollkommen anderes Training und führt nicht zum Verständnis einer Kampfkunst. An jenen Grenzen angekommen, wo Suchende von den Sporttrainer der Organisationen nicht mehr weitergeführt werden können, weil sie nicht den Erfolg im Wettkampf, sondern einen Sinn in ihrer Übung suchen, entsteht der Ruf nach einem Lehrer. Bedingt durch die Entwicklung der Wettkampfkonzepte im Japan der 50er Jahre und durch Absicht der schnellen Verbreitung des Karate in der Welt, wurde der heute gängige Unterricht nicht von Budo-Lehrern, sondern von jungen Kampfkunstsportlern geprägt, die speziell für den Wettkampf ausgebildet wurden. Die JKA schickte ihre besten Techniker in alle Länder der Welt, um das zu verbreiten, was sie als Exportschlager Japans soeben gegründet hatte - Wettkampf-Karate. Als diese Instruktoren nach Europa kamen, waren sie etwa 25 Jahre alt, und ihr spektakuläres sportliches Niveau hat das Karate zu jenem Sport gemacht, den die meisten Menschen heute als Kampfkunst betrachten. Allmählich jedoch merkten die Älteren, dass dieses Karate ihnen nicht mehr genügte, die Suche nach Inhalten und Werten stellte die Wettkampfideologie in Frage. Sie passt zu jungen Sportlern, doch nicht zu Menschen, deren körperliche und geistige Reife nicht mit dem Kampfsport zu vereinbaren ist. Deshalb suchen viele Menschen nach tieferen und subtileren Techniken, nach Inhalten und Sinn, nach Gesunderhaltung und einer ausfüllenden Beschäftigung, die ihnen erlaubt, reifer zu werden und mit ihrer Übung zu wachsen.

Sport oder Budo?

Es gibt heute viele Organisationen des Budo, die sich politisch widersprechen, aber inhaltlich das gleiche beabsichtigen: Mitglieder durch Wettkämpfe anzuziehen. Nach wie vor ist der Wettkampf der Anziehungsmagnet für die Massen und keine Organisation möchte darauf verzichten. Die Kampfkünste als Sport anzubieten, ist seit langem der Erfolgsgarant für ihre Verbreitung und die beste Motivation für junge Menschen, mit ihrem Training zu beginnen. Doch der Unterschied dieser Ideologie zum Budo ist sehr groß. Sport-Karate ist ein Sport, wie jeder andere auch und Budo ist ein Lebensweg, auf dem ein Übender sich entsprechend seiner Individualität selbst verwirklicht. In einem sportlichen Training ist kein Budo und in einem Budo-Training ist kein Sport möglich. Die Unterschiede liegen viel weniger im formalen Aspekt, als in den inhaltlichen Konzepten.

Das Vernachlässigen der klassischen Budo-Lehre zugunsten von Wettkampferfolgen hat in den Organisationen eine Situation bewirkt, in der sich viele ihrer Mitglieder unbewusst zwischen Budo und Sport bewegen, ohne wirklich dem einen oder anderen anzugehören. Angesichts der vielzitierten Behauptung, dass die Übung des Budo große Werte im Bereich der Persönlichkeitsbildung und Sinnfindung innehat, fragen sich viele Übende, wo diese Werte sind. Tatsächlich gibt es sie nur im klassischen Budo, von wo aus sie als Wortfloskeln in die Wettkampfsysteme übernommen wurden, aber dort keinen wirklichen Inhalt finden. Diese Umstände diskreditieren alle Künste des Budo - ihnen wird Unrecht getan, weil die Unterschiede zwischen Sport und Kampfkunst nicht deutlich gemacht wurden, und weil viele Übenden der Wettkampfsysteme glauben, dass ihr Sport eine Budo-Kunst wäre. Diese Missverständnisse entstanden im Europa der 60er Jahre, als japanische Wettkampfinstruktoren in bestem Wissen und Gewissen ihre Methoden als Budo unterrichteten und selbst erst später erfuhren, dass ein klassisches System etwas vollkommen anderes ist. Doch auf der damals vorherrschenden Meinung wurden die großen Organisationen Europas aufgebaut - staatlich autorisierte Institutionen, die Budo als Wettkampfsport organisierten und die Maßstäbe des Unterrichtes nach modernen und sportwissenschaftlichen Methoden ausrichteten. Das daraus resultierende leistungssportliche Prinzip im Trainingsaufbau der Kampfkünste ist der Grund für die vielen Hinterfragungen nach dem tatsächlichen Wert des Budo.

Es geht nicht darum, die Wettkampfsysteme herabzuwürdigen, es ist unausweichlich, dass das sportliche Budo sein technisches Regelwerk und seine Begrenzungen braucht. Das grundlegende Problem ist, die von sportlichen Organisationen beabsichtigte Gleichmachung zweier Auffassungen, die denselben Namen tragen und doch so verschieden sind. Das Sport-Karate muss in Verbänden organisiert sein, denn nur auf diese Weise kann es existieren. Doch Karate als klassische Lehre muss einem Sensei unterstehen, um Wegfortschritte zu ermöglichen. Ein sinnvoller Kompromiss der beiden wird seit Jahren gesucht, wurde jedoch wegen marktwirtschaftlichen Konkurrenzgründen in Europa nie gefunden. In den USA ist diese Situation längst bereinigt. Klassische Auffassungen und Wettkampfstile leben ohne Feindschaft nebeneinander und bereichern sich gegenseitig. Kampfsport ist nur unter der Voraussetzung wertvoll, dass er das bleibt, was er ist: ein Sport. Der Versuch, den klassischen Kampfkünsten seine Ideologie aufzuzwingen, entwurzelt sie aus ihrem Inhalt und Wert. Gleich, ob dies aus Unwissenheit oder anderen Interessen geschieht, schadet es sowohl demjenigen, der seinen Kampfsport liebt, als auch demjenigen, der mit seiner Kampfkunst einen Weg gehen will. Die Zukunft besteht darin, den Unterschied zwischen den beiden zu erkennen, ihn zu respektieren und sich gegenseitig zu bereichern.

Der Weg des Budo Studien Kreises

Mehrere essentielle Aspekte des Karate sind aus der Tradition nicht in die modernen Wettkampfauffassungen übernommen worden, u.a. die wahre Bedeutung des Kampfes (Kumite) und die korrekte Definition des Fortschrittsweges (Kyudan). Demzufolge gibt es heute viele Gruppierungen, die weder für das eine noch für das andere eine klare Methode haben. Das traditionelle Karate beinhaltet eine Logik im konzeptionellen Aufbau zum Fortschritt, die aus dem Studium der Kata entwickelt wird und sich auch bezüglich der Fähigkeiten im Kampf nicht durch das Überschreiten der leistungsabhängigen Altersgrenze limitiert. Das sportliche Karate hingegen bezieht seine Fähigkeiten zum Kämpfen nicht aus der Kata, sondern aus konditionellem Routine- und Leistungstraining. Dieses ist der Grund, warum sich 35jährige Sport-Karateka verbraucht fühlen und mit der Übung aufhören. Traditionsbedingt gibt es in der Übung des Kämpfens schon lange verschiedene Auffassungen - einige üben Vollkontakt, Semikontakt oder Nonkontakt, andere üben die realistische Selbstverteidigung unter den Bedingen der Dojokun. All diese Formen dienen einer tieferen Entwicklung in der Erfahrung des tatsächlichen Kampfes. Wenn man eine von ihnen zum festen Standard der Übung macht, verliert sie den Aspekt des realistischen Kämpfens und lehrt nicht mehr die Selbstverteidigung, sondern den Wettkampferfolg. Leider übt heute jeder Adept dieser Methoden am Konzept des anderen Kritik. Aus der Sicht der Tradition ist diese Kritik unangebracht, denn diese Formen sind für die traditionellen Kampfkünste altbewährte Hilfsmittel und werden in jedem klassischen Dojo kombiniert verwendet. Doch wenn sie in ein Regelwerk des Wettkampfes eingebunden werden, brauchen sie ihre Maßstäbe, da andernfalls Verletzungen passieren. Im Einzelnen hat jede dieser Methoden eine Berechtigung auf die wahre Lehre des Kämpfens - doch dieser Anspruch bezieht sich immer auf die dringend erforderlichen Regeln der sportlichen Wettkämpfe. Die Wirklichkeit der Selbstverteidigung ist eine Kombination aller Wettkampfkonzepte - ja noch mehr - sie integriert Techniken, die wir heute als Jujutsu oder Kobudo bezeichnen in ihr System, denn die alten Kampfkünste kannten diese Unterscheidungen nicht. Erst das moderne Sport-Karate hat die vielfältigen Techniken der Selbstverteidigung aus den Systemen heraus isoliert und lehrt nur jene Konzepte, die sich in den Wettkämpfen verwirklichen lassen. Doch diese entsprechen den alten Überlebensstrategien des Budo bei weitem nicht . Erst die Gesamtkonzepte des Budo eröffnen die Wege der Selbstverteidigung und Selbsterfahrung in den Künsten des Do. Da diese Konzepte in den modernen Auffassungen der Übung fehlen, ziehen sich ältere Karateka im Laufe der Zeit aus dem Training zurück. Dieses Umstand ist der Art des Unterrichtes zu verdanken, der heute in den Dojo des Sport-Budo abgehalten wird.



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